Sa
29
Okt
2011
Gemeinden sind für den Zustand der lokalen Breitbandversorgung selbst zuständig. So oder so ähnlich lautete es auf der einführenden Pressekonferenz 2009 zum Thema Breitbandausbau. Verantwortung, Perspektive, Strategie und vor allem Mittelaktivierung standen im Fokus.
Inzwischen konnten zahlreiche Projekte mit oder ohne Zuhilfenahme solcher Mittelaktivierungen die Breitbandsituation der Bürger in schlechtversorgten Gemeinden verbessern.
Schaut man genauer hin, entdeckt man aber eine Vielzahl von D-Zug-Projekten. Das "D" stammt im übrigen nicht von "Deutschland", sondern von "Durchfahrt". Darin kam zunächst der Breitbandberater, dann nominierte die Gemeinde schnell noch einen Breitbandbeauftragten, kurz darauf wurde durchgefahren bis zur Endstation, dem DSL vor der Haustür. Für viele dieser Gemeinden ist es dann auch wirklich die Endstation, denn die Konzepte sind ausgereizt, das betrifft die alten Telefonnetze ebenso, wie die Gemeindekasse. Zudem sind nicht alle Bürger in den Genuss der prognostizierten Netzaufwertung gekommen.
Nach der Förderung ist in diesen Teilen oft vor der Förderung. Je größer das Gebiet der Ausschreibung definiert war, umso stärker trifft dieser Effekt. Besonders hart hat es die Landkreise getroffen, die nun mit abgespeckten Lösungen aus den Verhandlung mit einem Monopolisten zurückkehrten.
Wir möchten damit nicht den Anschein erwecken, es ginge hier um Schuldfragen. Nein. Die Situation ist aufgrund ungeprüfter allgemeiner Annahmen und dem angestrebten D-Zug-Tempo wesentlich komplexer.
Es gibt mehr Technologien als HSPA, LTE oder DSL und es gibt auch mehr Anbieter. Es läßt sich zeigen, dass Ansätze über das allgemein bekannte hinaus nur einen Bruchteil der Kosten aufweisen. Mit wenigen Tausend EUR pro Ortsteil kann eine nahezu homogene Versorgungsqualität aller Bürger erreicht werden, ob als Primär- oder Ergänzungsversorgung.
Nach dem Schritt, den ersten Hunger zu stillen und der Verpflichtung durch die Bundesregierung nachzukommen, wird es an Bedeutung gewinnen, die Versorgungsqualität für alle und nachhaltig zu verbessern.
In eigener Sache möchten wir darauf hinweisen, dass wir als Breitbandberater der Neutralität verpflichtet sind. Wir beobachten den Markt und ihre Teilnehmer und sind nicht verlegen, positive wie negative Eindrücke zu vermitteln, denn Schweigen kann Neutralität nicht dokumentieren.
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